Bühnenwerke


Die Schuldigkeit des Ersten Gebots KV 35

Erster Teil eines geistlichen Singspiels
Text: Ignaz Anton Weiser
Uraufführung: 12. März 1767, Salzburg, Rittersaal der Fürsterzbischöflichen Residenz
Ausgabe: Franz Giegling (Neue Mozart-Ausgabe)

Personen:

Gerechtigkeit
Barmherzigkeit
Weltgeist
Christgeist
Christ


Sopran
Sopran
Sopran
Tenor
Tenor

Orchester: 2,2,0,2 – 2,0,1,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 1h 25‘

BA 4513
Partitur (NMA I/4/1)
Klavierauszug (BA 4513-90)
käuflich


Mozarts sogenannte »Schlussoper« ist eine unter dem Einfluss der Oper entstandene Variante des überlieferten Jesuitenspiels. Das Werk schließt sich damit eng an die Salzburger kirchen- und schulmusikalische Tradition an. Wahrscheinlich wurde es von Fürsterzbischof Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach in Auftrag gegeben und unter drei Salzburger Meister verteilt: Der erste Teil fiel Mozart zu; die beiden weiteren, heute verschollenen Teile wurden von Michael Haydn bzw. von Anton Cajetan Adlgasser komponiert.



Apollo et Hyacinthus KV 38
(Apollo und Hyacinth)

Ein lateinisches Intermedium zu dem Schuldrama Clementia Croesi
Text: Pater Rufinus Widl O.S.B.
Uraufführung: 13. Mai 1767, Salzburg, Große Aula der Universität
Übersetzung: Peter Brenner (dt.)
Ausgabe: Alfred Orel (Neue Mozart-Ausgabe)
Zeit der Handlung: In mythischer Zeit

Personen:

Oebalus, König von Lazedämonien
Melia, seine Tochter
Hyacinthus (Hyacinth, des Oebalus Sohn)
Apollo, Gastfreund des Oebalus
Zephyrus (Zephyr), Vertrauter Hyacinths
2 Opferpriester Apollos


Tenor
Sopran
Sopran
Alt
Alt
2 Bässe

Chor: Volk von Lazedämonien
Orchester: 0,2,0,0 – 2,0,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 1h

BA 4516
Partitur (NMA II/5/1)
Klavierauszug (BA 4516-90; lat./dt.)
käuflich


Apollo und Hyacinth entstand als »Intermedium« – als ein Stück, in dem musikalische und gespro- chene Abschnitte einander abwechseln – für eine Aufführung der »Tragoedia« Clementia Croesi am Salzburger Universitätsgymnasium. Es ist das erste Bühnenwerk des Wunderkindes, Mozart kompo- nierte es mit 11 Jahren. Widls Text greift auf den alten Frühlingsmythos von der Metamorphose des Hyacinth zurück, wie sie bei Ovid, Palaiphatos und Lukian überliefert ist. Von Mozarts frühem Werk liegt nun erstmals ein Klavierauszug vor. Dieser bietet neben dem originalen lateinischen Text auch eine neue, singbare deutsche Übersetzung.



Bastien und Bastienne KV 50 (46b)

Singspiel in einem Akt
Libretto: Johann Andreas Schachtner (nach Marie-Justine-Benoîte Favart, Charles-Simon Favart und Harny de Guerville sowie Friedrich Wilhelm Weiskern und Johann Heinrich Müller)
Uraufführung: 2. Oktober 1890, Berlin, Architektenhaus
Ausgabe: Rudolph Angermüller, mit Rezitativen, ab Nr. 7 ergänzt von Leopold Hager (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Ein Dorf mit Aussicht ins Feld, Anfang 18. Jahrhundert

Personen:

Bastienne, eine Schäferin
Bastien, ihr Geliebter
Colas, ein vermeintlicher Zauberer


Sopran
Tenor
Bass

Ballett: Einige Schäfer und Schäferinnen
Orchester: 2,2,0,0 – 2,0,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 50’

BA 4570
Partitur (NMA II/5/3),
Klavierauszug (BA 4570-90)
käuflich

Da das Singspiel Bastien und Bastienne kein abendfüllendes Stück ist, wird es oft mit anderen Kurzopern gekoppelt. Es ist auch für Marionetten- oder Schultheateraufführungen geeignet. Alternativ zu den gesungenen Rezitativen auf Schachtners Text kann auch der gesprochene Dialog Weiskerns verwendet werden. Dieser ist im Anhang enthalten.



La finta semplice KV 51 (46a)
(Die schlaue Heuchlerin)

Opera buffa in drei Akten
Libretto: Marco Coltellini (nach Carlo Goldoni)
Uraufführung: 1769, Salzburg, Hoftheater (?)
Übersetzung: Peter Brenner (dt.)
Ausgabe: Rudolph Angermüller und Wolfgang Rehm (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Landhaus Cassandros und Polidoros und Umgebung bei Cremona

Personen:

Rosina, ungarische Baronesse, Schwester von Fracasso, die vorgibt, einfältig zu sein
Don Cassandro, reicher Schlossherr aus Cremona, ein dummer und geiziger Edelmann
Don Polidoro, dessen jüngerer Bruder, ein dummer Edelmann
Giacinta, deren Schwester
Ninetta, deren Kammerzofe
Fracasso, Hauptmann der ungarischen Truppen, Bruder von Rosina
Simone, dessen Sergeant


Sopran
Bass
Tenor
Sopran
Sopran
Tenor
Bass

Orchester: 2,2,(auch 2 Eh),0,2 – 2,2(auch 2 Corni da caccia),0,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 2h 30’

BA 4594
Partitur (NMA II/5/2)
Klavierauszug (BA 4594-90; ital./dt.)
käuflich

Die Ausgabe bietet eine kritisch durchgesehene Edition des Notentextes, die jedoch den Charakter des Frühwerks zu wahren sucht. Das Vorwort enthält wichtige Hinweise zur Aufführungspraxis. Durch die Darstellung von Einzelheiten über die gescheiterte Wiener Premiere 1768 wird zudem das historische Umfeld der Komposition beleuchtet.



Mitridate, Re di Ponto KV 87 (74a)

Opera seria in drei Akten

Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi (nach Jean Baptiste Racine)
Uraufführung: 26. Dezember 1770, Mailand, Teatro Regio Ducale
Übersetzung: Eberhard Schmidt (dt.)
Ausgabe: Luigi Ferdinando Tagliavini (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Am Pontus, um 63 v. Chr., zur Zeit des dritten Krieges König Mithridates’ IV. gegen Rom

Personen:

Mitridate, König von Pontus und anderer Reiche, verlobt mit Aspasia
Aspasia, Verlobte des Mitridate und bereits zur Königin erklärt
Sifare, Sohn des Mitridate und der Stratonica, Geliebter der Aspasia
Farnace, erstgeborener Sohn des Mitridate, liebt Aspasia
Ismene, Tochter des Partherkönigs, Verlobte des Farnace
Marzio, römischer Tribun, Freund des Farnace
Arbate, Gouverneur von Ninfea


Tenor
Sopran
Sopran
Alt
Sopran
Tenor
Sopran

Stadtväter und Bewohner von Ninfea, königliche Wachen, pontische und parthische Offiziere und Soldaten (darunter die des Sifare und die des Farnace), römische Soldaten des Marzio.

Orchester: 2,2,0,1(ad lib.) – 4,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h 15’

BA 4541
Partitur (NMA II/5/4)
Klavierauszug (BA 4541-90; ital./dt.)
käuflich

Mit Mitridate gelang dem 14jährigen Mozart auf Anhieb der Durchbruch in Mailand. Die Urauf- führung mit den üblichen, nach jedem Akt eingeschobenen Balletten dauerte etwa sechs Stunden. Die vorliegende Ausgabe dieser Oper bietet erstmals bisher unvollständig überlieferte Stücke. Sie enthält außerdem eine bis dahin unbekannte Marcia und bietet für eine Reihe von Arien ein reicheres orchestrales »Gewand«



Ascanio in Alba KV 111

Festa teatrale in zwei Teilen

Libretto: Giuseppe Parini
Uraufführung: 17. Oktober 1771, Mailand, Teatro Regio Ducale
Übersetzungen: Günter Haußwald (dt.), Peter Brenner (dt.)
Ausgabe: Luigi Ferdinando Tagliavini (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Erst die Landschaft, dann die Stadt Alba, in mythischer Zeit

Personen:

Venere
Ascanio
Silvia, Nymphe aus dem Geschlecht des Herkules
Aceste, ein Priester
Fauno, einer der Anführer der Hirten


Sopran
Mezzosopran
Sopran
Tenor
Sopran

Chor/Ballett: Genien, Hirten, Schäferinnen
Orchester: 2,2,2 Serpenti (=Eh),2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 2h 30’

BA 4504
Partitur (NMA II/5/5)
Klavierauszug (BA 4504-90; ital./dt.: Peter Brenner)
käuflich

Die Ausgabe ist mit ihren zahlreichen Hinweisen zur zeitgenössischen Aufführungspraxis ein Meilenstein im modernen wissenschaftlichen und zugleich praxisorientierten Editionswesen. Sie basiert auf Mozarts Autograph, das ein authentisches Bild von der Entstehung des Werkes bietet, und auf der Partiturab- schrift, die Mozart bei der Mailänder Uraufführung benutzte. Der Ballo zwischen dem 1. und dem 2. Teil galt lange Zeit als verschollen, bis Wolfgang Plath 1964 schlüssig darlegte, dass die als »9 kleine Klavier- stücke« KV Anh 207 bekannten Kompositionen ganz offensichtlich Klavierauszüge aus der Ballettmusik zu Ascanio in Alba darstellen. Sie sind im Klavierauszug als Zwischenaktmusik aufgenommen.


Betulia liberata KV 118 (74c)

Azione sacra in zwei Teilen
Libretto: Pietro Metastasio
Uraufführung: 1771 oder 1772 (?), Padua (?)
Übersetzungen: Otto Schmidtgen (dt.), Eberhard Schmidt (dt.)
Ausgabe: Luigi Ferdinando Tagliavini (Neue Mozart-Ausgabe)

Personen:

Ozìa, Fürst von Betulien
Giuditta, Witwe Manasses
Amital, edle Israelitin
Achior, Fürst der Ammoniter
Cabri und Carmi, Anführer des Volkes


Tenor
Alt
Sopran
Bass
2 Soprane

Chor: Volk von Betulien
Orchester: 2,2,0,2 – 4,2,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 2h 10’

BA 4521
Partitur (NMA 1/4/2),
Klavierauszug (BA 4521-90; ital./dt.: Eberhard Schmidt i.V.)
käuflich

Die Azione sacra Betulia liberata stellt eine der bedeutendsten Talentproben des jungen Mozart während seines ersten Italienaufenthaltes dar. Sie knüpft an die Vorbilder des zeitgenössischen italienischen Oratoriums an. Zwar wird das Werk meist konzertant aufgeführt, eine der italienischen Oratorientradition entsprechende szenische Darstellung ist jedoch auch möglich.


Il sogno di Scipione KV 126
(Der Traum des Scipio)

Azione teatrale
Libretto: Pietro Metastasio
Geplante Uraufführung: 1. Mai 1772, Salzburg (zur Inthronisation des Erzbischofs Hieronymus von Colloredo)
Uraufführungen: 20. Januar 1979, Salzburg, Großes Festspielhaus (konzertant); 4.(?) Juni 1984, Vicenza, Teatro Olimpico (szenisch)
Übersetzung: Peter Brenner (dt.)
Ausgabe: Josef-Horst Lederer (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Numidien in Afrika, Palast des Königs Massinissa

Personen:

Scipio, römischer Feldherr
Publio, Adoptivgroßvater des Scipio
Costanza, Göttin der Beständigkeit
Emilio, Vater des Scipio
Fortuna, Göttin des Glücks
Licenza


Tenor
Tenor
Sopran
Tenor
Sopran
Sopran

Chor: Helden
Orchester: 2,2,0,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 2h

BA 4577
Partitur (NMA II/5/6),
Klavierauszug: (BA 4577-90; ital./dt.)
käuflich

Die Azione teatrale Il sogno di Scipione komponierte der 15jährige Mozart ursprünglich für seinen Gönner Fürsterzbischof Sigismund von Schrattenbach, widmete sie nach dessen unerwartetem Tod jedoch seinem Nachfolger Graf Colloredo. Das Werk ist zu Mozarts Lebzeiten vermutlich niemals aufgeführt worden.


Lucio Silla KV 135

Dramma per musica in drei Akten

Libretto: Giovanni de Gamerra
Uraufführung: 26. Dezember 1772, Mailand, Teatro Regio Ducale
Übersetzung: Eberhard Schmidt (dt.)
Ausgabe: Kathleen Kuzmick HanseIl (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Rom, Palast Lucio Sillas und Umgebung, um 80 v. Chr.

Personen:

Lucio Silla, Diktator
Giunia, Tochter Gajo Marios und Verlobte Cecilios
Cecilio, verbannter Senator
Lucio Cinna, römischer Patrizier, Freund Cecilios und heimlicher Gegner Lucio Sillas
Celia, Schwester Lucio Sillas
Aufidio, Tribun, Freund Lucio Sillas


Tenor
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Tenor

Chor: Wachen, Senatoren, Edelleute, Soldaten, Volk
Orchester: 2,2,0,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 4h

BA 4590
Partitur (NMA II/5/7)
Klavierauszug (BA 4590-90, ital./dt.)
käuflich

Lucio Silla, Mozarts zweiter Mailänder Auftrag nach Mitridate, rückte in den letzten Jahren durch spektakuläre Inszenierungen in den Mittelpunkt des Interesses an den frühen Mozart-Opern. Die Ausgabe bietet ein ausführliches Vorwort, das alle historischen und aufführungspraktischen Aspekte des Werkes behandelt. Im Anhang wird die Arie des Cecilio Ah se morir mi chiama erstmals mit der in einer Kopie Nannerl Mozarts entdeckten ausgezierten Singstimme wiedergegeben, ein wichtiges Beispiel für die damals üblichen Gesangsverzierungen in den langsamen Teilen einer Arie.



La finta giardiniera KV 196
(Die verstellte Gärtnerin / Die Gärtnerin aus Liebe)

Dramma giocoso in drei Akten
Libretti: Italienische Fassung: Giuseppe Petrosellini (?); Deutsche Singspielfassung: Die verstellte Gärtnerin, Johann Franz Joseph Stierle d. Ä.
Uraufführungen: Italienische Fassung: 13. Januar 1775, München, Opernhaus St. Salvator
Deutsche Singspielfassung: 1.(?) Mai 1780, Augsburg, Komödienstadl
Ausgabe: Rudolph Angermüller und Dietrich Berke (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Gebiet von Schwarzensee

Personen:

Don Anchise, Amtshauptmann von Schwarzensee
La Marchesa Violante unter dem Namen Sandrina, als Gärtnerin
Il Contino Belfiore
Arminda, Nichte des Amtshauptmanns
Il Cavaliere Ramiro, Armindens Liebhaber
Serpetta, Wirtschafterin des Amtshauptmanns
Roberto, Diener der Violante unter dem Namen Nardo, ebenfalls als Gärtner


Tenor
Sopran
Tenor
Sopran
Sopran
Sopran
Bass

Orchester: 2,2,0,2 – 4,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h 30’

BA 4578
Partitur (NMA II/5/8)
Klavierauszug (BA 4578-90, ital./dt.)
dt. Übersetzung der Rezitative: Dagny Müller)
käuflich

Die vorliegende Ausgabe bietet erstmals die beiden vollständigen authentischen Fassungen des Werkes, das Dramma giocoso von 1775 und die deutsche Singspielfassung von 1779/80. Um eine deutschsprachige Aufführung mit gesungenen Rezitativen zu ermöglichen, wurde dem Material zusätzlich eine deutsche Gesangsfassung der italienischen Rezitative beigegeben.



Il re pastore KV 208
(Der königliche Hirte)

Serenata in zwei Akten
Libretto: Pietro Metastasio
Uraufführung: 23. April 1775, Salzburg, Fürsterzbischöfliche Residenz
Übersetzung: Peter Brenner (dt.)
Ausgabe: Pierluigi Petrobelli und Wolfgang Rehm (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: In und bei der phönizischen Königsstadt Sidon, um 334 v. Chr.

Personen:

Alessandro, König von Mazedonien
Aminta, Hirte, Liebhaber der Elisa
Elisa, eine junge, vornehme Phönizierin aus dem Stamme des Kadmus, Geliebte Amintas
Tamiri, Tochter des Tyrannen Straton, Geliebte des Agenore
Agenore, Vornehmer aus Sidon, Freund Alessandros, Liebhaber Tamiris


Tenor
Sopran

Sopran
Sopran
Tenor

Orchester: 2,2(auch Eh)0,2 – 4,2,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 2h

BA 4599
Partitur (NMA II/5/9),
Klavierauszug (BA 4599-90, ital./dt.)
käuflich

Serenata-Aufführungen, bei denen im Gegensatz zur Oper das szenische Element auf ein Minimum reduziert war, standen am Wiener Hof in lebendiger und fruchtbarer Tradition. Metastasio hatte den Text allerdings ursprünglich als Opernlibretto für Giuseppe Bonno verfasst (Wien 1750/51). Außer von diesem wurde Il re pastore unter anderem von Francesco Antonio Uttini, Johann Adolf Hasse, Christoph Willibald Gluck, Pietro Alessandro Guglielmi und Baldassare Galuppi als Oper vertont.



Zaide KV 344 (336b)
(Das Serail)

Deutsches Singspiel in zwei Akten (1780)
Libretto: Johann Andreas Schachtner
Uraufführung: 27. Januar 1866, Frankfurt a.M., Opernhaus
Ausgabe: Friedrich Heinrich Neumann; Textfassung nach dem »Bozener Textbuch« und dem Fragment Johann Andreas Schachtners bearbeitet von Werner Oehlmann (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Palast des Sultans

Personen:

Zaide
Sultan Soliman
Gomatz
Osmin
Allazim
4 Sklaven
Zaram, Oberster der Leibwache


Sopran
Tenor
Tenor
Bass
Bass
Tenöre
Sprechrolle

Chor: Sklaven und Sklavinnen, Wachen
Orchester: 2,2,0,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str
Dauer: ca. 1h 30’

BA 4510
Partitur (NMA II/5/10),
Klavierauszug (BA 4510-90)
käuflich

Die Ausgabe von Mozarts erster, allerdings unvollendet gebliebener Türkenoper gibt bei den gesungenen und gesprochenen Texten innerhalb der Musiknummern die im Autograph überlieferte Textfassung Schachtners wieder. Für die Dialoge zwischen den Musiknummern, die, abgesehen von einigen Stichworten, nicht erhalten sind, folgte der Bearbeiter des Klavierauszugs mit Modifizierungen dem 1779 in Bozen gedruckten Textbuch Das Serail. Oder: Die unvermuthete Zusammenkunft in der Sclaverey zwischen Vater, Tochter und Sohn, einem musikalischen Singspiel von Joseph Friebert, das inhaltlich in enger Beziehung zu Mozarts Zaide steht. Als Ouverture (eine solche fehlt im Autograph) kann die Sinfonie in G, KV 318, gespielt werden. Um dem Singspiel einen Abschluss zu geben, wurde der Eingangschor mit neuem Text und einer reicheren Instrumentierung als Finale eingerichtet.



Thamos, König in Ägypten KV 345 (366a)

Schauspielmusik zu dem Heroischen Drama in fünf Aufzügen
Text: Tobias Philipp Freiherr von Gebler
Uraufführungen: 1. Fassung: April 1774, Wien, Kärntnertortheater; 2. Fassung: 1779 (?)
Ausgabe: Harald Heckmann; für die Bühne revidierte Fassung des Dramentextes von Karl-Heinz Ruppel (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Die Sonnenstadt Heliopolis

Personen:

Sethos, Oberpriester des Sonnentempels
Zwei Sonnenjungfrauen, zwei Priester


Bass
Sopran, Alt, Tenor, Bass

Personen des Schauspiels: Thamos, König in Ägypten; Pheron, Fürst des königlichen Hauses; Mirza, Vorsteherin der Sonnenjungfrauen; Phanes, Feldherr; Sais, eine edle Ägypterin; Myris, ein edler Ägypter; Hammon, ein Sonnenpriester; Große des Reichs und andere Ägypter, Kriegsleute

Chor: Sonnenjungfrauen und Priester
Orchester: 2,2,0,2 – 2,2,3,0 – Pk – Str
Dauer: ca. 45’

BA 4505
Partitur (NMA II/6/1)
käuflich

Thamos ist Mozarts einzige erhaltene Schauspielmusik. Die vorliegende Ausgabe gibt diese Musik zusammen mit dem vollständigen Dramentext Geblers wieder und ermöglicht damit eine Aufführung des Gesamtwerks. Zugrunde liegt die von Mozart stark überarbeitete Fassung von 1779. Im Anhang ist darüber hinaus die Erstfassung von 1774 dokumentiert.



Idomeneo KV 366

Dramma per musica in drei Akten

Libretto: Giambattista Varesco (nach Antoine Danchet)
Uraufführungen: 1. Fassung: 29. Januar 1781, München, Hoftheater;
2. Fassung: 13. März 1786, Wien, Bauernfeindscher Saal im Palais von Johann Adam Fürst Auersperg (konzertant)
Übersetzungen: Kurt Honolka (dt.), Eberhard Schmidt (dt.)
Ausgabe: Daniel Heartz (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Kydonia, Hauptstadt von Kreta

Personen:

Idomeneo, König von Kreta
Idamante, sein Sohn (1. Fassung)
(2. Fassung)
Ilia, trojanische Prinzessin, Tochter des Priamus
Elettra, Prinzessin, Tochter des Agamemnon, des Königs von Argus
Arbace, Vertrauter des Königs
Oberpriester des Neptun
Eine Stimme


Tenor
Sopran
Tenor
Sopran
Sopran
Tenor
Tenor
Bass

Chor/Ballett: Kreterinnen, Kreter
Orchester: Picc, 2,2,2,2 – 4,2,3,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h 30'

BA 4562
Partitur (NMA II/5/11),
Klavierauszug (BA 4562-90; ital./dt.: Eberhard Schmidt)
käuflich

Die Ausgabe bietet als Haupttext die Münchner Uraufführungsfassung von 1781 (Idamante: Sopran- Kastrat) mit integrierter Wiener Revision von 1786 (Idamante: Tenor). Die anlässlich der Münchner Uraufführung gestrichenen Teile erscheinen, soweit sie erhalten sind, im Anhang. Damit wird das gesamte Idomeneo-Material in übersichtlicher und aufführbarer Form geboten.



Die Entführung aus dem Serail KV 384

Deutsches Singspiel in drei Aufzügen
Libretto: Johann Gottlieb Stephanie d. J. (nach Christoph Friedrich Bretzner)
Uraufführung: 16. Juli 1782, Wien, Burgtheater
Ausgabe: Gerhard Croll (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Landgut des Bassa Selim in der Türkei, Mitte des 16. Jahrhunderts

Personen:

Selim, Bassa
Konstanze, Geliebte des Belmonte
Blonde, Mädchen der Konstanze
Belmonte
Pedrillo, Bedienter des Belmonte und Aufseher über die Gärten des Bassa
Osmin, Aufseher über das Landhaus des Bassa
Klaas, ein Schiffer
Ein Stummer, Wache


Sprechrolle
Sopran
Sopran
Tenor
Tenor
Bass
Sprechrolle
stumme Rollen

Chor: Janitscharen
Orchester: Picc,2,2,2,(auch 2 Bassetthn),2 – 2,2,0,0 – Pk,Schlg – Str
Dauer: ca. 2h 30’

BA 4591
Partitur (NMA II/5/12)
Studienpartitur / Study score d’étude (TP 311)
Klavierauszug (BA 4591-90)
käuflich

Auf der Grundlage des 2002 erschienenen Kritischen Berichtes wurden der neue Klavierauszug und die Orchesterstimmen auf den neuesten Stand gebracht. Dem aktuellen Quellenbefund ent- sprechend gibt es jetzt zwei alternative Versionen des Janitscharen-Chores: die Fassung A nach dem Direktionsexemplar und die Fassung B nach Mozarts Autograph. Die hinsichtlich ihrer Echtheit umstrittene Marcia No. 5a findet sich nun im Anhang.



L’Oca del Cairo KV 422
(Die Gans von Kairo)

Dramma giocoso per musica (1783)
Libretto: Giovanni Battista Varesco
Uraufführung: 1860, Frankfurt a.M. (konzertant); 1867, Paris und Berlin (szenisch)
Bearbeitung: Instrumentationsergänzung von August Schmidt-Lindner; auf deren Grundlage musikalisch eingerichtet von Willi Wähler
Übersetzungen: Willi Wähler (dt. = Fassung A), Helge Thoma (dt. = Fassung B)
Ausgabe: Friedrich-Heinrich Neumann (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Ripasecca, die am Meer gelegene Hauptstadt des Herzogtums

Personen (Fassung A):

Don Pippo, Marchese von Ripasecca; in Lavina verliebt
Donna Pantea, seine Gattin, unter dem Namen Sandra; von Don Pippo totgeglaubt
Celidora, einzige Tochter beider; vom Vater zur Gattin des Grafen Lionetto von Casavuota bestimmt, jedoch verliebt in Biondello
Biondello, ein reicher Edelmann aus Ripasecca
Calandrino, Donna Panteas Neffe, Freund Biondellos und erhörter Liebhaber Lavinas
Lavina, Gesellschafterin Celidoras
Chichibio, Haushofmeister bei Don Pippo, Liebhaber Aurettas
Auretta, Kammerjungfer bei Donna Pantea


Bass
Sopran

Sopran
Tenor
Tenor
Sopran
Bass
Sopran

Chor: Perückenmacher, ein Schneider, ein Schuhmacher, Seeleute mit Anlegepersonal, Marktschreier, Volk, Hofbedienstete des Don Pippo, Diener des Biondello, Soldaten (Burgwache)

Personen (Fassung B):

Don Pippo, ein reicher Edelmann
Celidora, seine Tochter
Chichibio, Haushofmeister bei Don Pippo
Lavina, seine Tochter
Biondello, Liebhaber Celidoras
Calandrino, Liebhaber Lavinas
Auretta, die Gans, verwandelte arabische Prinzessin


Bass
Sopran
Bass
Sopran
Tenor
Tenor
Sopran

Chor: zwei arabische Sklaven, zwei Kriminalbeamte bzw. Polizisten, Diener und Mägde Don Pippos
Orchester: 2,2,0,2 – 4,2,0,0 – Pk – Str
Dauer: ca. 1h

BA 4520
Partitur (NMA II/5/13),
käuflich

Mozarts L’Oca del Cairo ist in doppelter Hinsicht ein Fragment. Zum einen hat der Komponist Varescos Libretto nur in Teilen vertont. Zum anderen sind die überlieferten Nummern unvollständig instrumentiert. Der Gesamtausgabenband bietet Mozarts Skizzen zu dem Werk als Faksimile und als Übertragung. Die erst nach Abschluss der Edition aufgefundene Nr. 4, Aria e Terzetto Siano pronte, wurde in die vorliegende Bühnenfassung integriert.



Der Schauspieldirektor KV 486

Komödie mit Musik in einem Akt

Libretto: Johann Gottlieb Stephanie d. J.
Uraufführung: 7. Februar 1786, Schloss Schönbrunn (bei Wien)
Ausgabe: Gerhard Croll (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Zimmer des Frank, etwa 1785

Personen:

Frank, Schauspieldirektor
Eiler, ein Bankier
Buff, Schauspieler
Herz, Schauspieler
Madame Pfeil, Schauspielerin
Madame Krone, Schauspielerin
Madame Vogelsang, Schauspielerin
Monsieur Vogelsang, ein Sänger
Madame Herz, Sängerin
Mademoiselle Silberklang, Sängerin


Sprechrolle
Sprechrolle
Bass
Sprechrolle
Sprechrolle
Sprechrolle
Sprechrolle
Tenor
Sopran
Sopran

Orchester: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str
Dauer: ca. 1h

BA 4512
Partitur (NMA II/5/15),
Klavierauszug (BA 4512-90)
käuflich

Der Schauspieldirektor ist eines der beiden Werke, die Kaiser Joseph II. für das Anfang 1786 auf Schloss Schönbrunn veranstaltete Fest zu Ehren des Niederländischen Generalgouverneurs in Auftrag gegeben und damit zugleich einen Wettstreit zwischen italienischer Buffa und deutschem Singspiel inszeniert hatte. Mozarts musikalischer »Widersacher« war kein Geringerer als Antonio Salieri, dessen Prima la musica e poi le parole auf einen Text Giambattista Castis (Kritische Neuausgabe: BA 7698) am selben Tag uraufgeführt wurde. Mozart schrieb die Ouvertüre, die zwei Arien, das Terzett und das Vaudeville zu Stephanies Komödie, deren originaler Text im vorliegenden Klavierauszug vollständig enthalten ist, in der erstaunlich kurzen Zeit zwischen 18. Januar und 3. Februar 1786, parallel zu seiner Arbeit am Figaro. Die für die italienische Oper zunehmend günstigere Situation in Wien dürfte einer der Gründe gewesen sein, weshalb das Gespann Casti/Salieri bei dem Opernwettbewerb als Sieger hervorging.



Le nozze di Figaro KV 492
(Die Hochzeit des Figaro)

Opera buffa in vier Akten
Libretto: Lorenzo Da Ponte (nach Pierre Augustin Varon de Beaumarchais)
Uraufführungen: 1. Fassung: 1. Mai 1786, Wien, Burgtheater;
2. Fassung: 29. August 1789, Wien, Burgtheater
Übersetzungen: Kurt Honolka (dt.), Nicolaus Brieger und Friedemann Layer (dt.)
Ausgabe: Ludwig Finscher (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Im Schloss des Grafen Almaviva

Personen:

Der Graf Almaviva
Die Gräfin Almaviva
Susanna, Verlobte des Figaro
Figaro
Cherubino, Page des Grafen
Marcellina
Bartolo, Arzt in Sevilla
Basilio, Musiklehrer
Don Curzio, Richter
Barbarina, Tochter des Antonio
Antonio, Gärtner des Grafen und Onkel der Susanna


Bariton
Sopran
Sopran
Bass
Sopran
Sopran
Bass
Tenor
Tenor
Sopran
Bass

Chor: Landleute, Bäuerinnen, Personen verschiedenen Standes, Diener
Orchester: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h

BA 4565
Partitur (NMA II/5/16)
Studienpartitur / Study score (TP 320)
Klavierauszüge
(BA 4565-90; ital./dt.: Kurt Honolka.
BA 4565-92; ital./dt.: Nicolaus Brieger und Friedemann Layer)
käuflich

Mit einer selbst für Wiener Verhältnisse hervorragenden Uraufführungsbesetzung und unter Mozarts Leitung gingen bereits die ersten beiden Aufführungen des Figaro mit großem Erfolg über die Bühne, der sich im weiteren derart steigerte, dass der Kaiser sich zu einem Dekret genötigt sah. Um die Aufführungsdauer zu begrenzen, sollten künftig nur noch Solonummern wiederholt werden. Allerdings ebbte diese Begeisterung rasch wieder ab – möglicherweise aufgrund einer von Casti und seinem Anhängerkreis betriebenen Propaganda gegen das Werk. Die Wiener Wiederaufnahme im Revolutionsjahr 1789, für die Mozart zwei Ersatznummern komponierte, blieb demnach auf eine Aufführung begrenzt. 1786/87 erklang der Figaro auch in Prag, und dort wurde die Oper so begeistert aufgenommen wie sonst nirgendwo. Sie begründete eigentlich Mozarts Prager Ruhm und zog den Don Giovanni-Auftrag nach sich.



Il dissoluto punito ossia Il Don Giovanni KV 527
(Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni)

Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto: Lorenzo Da Ponte
Uraufführung: 29. Oktober 1787, Prag, Gräflich Nostitzsches Nationaltheater
Übersetzung: Walther Dürr (dt.)
Ausgabe: Wolfgang Plath und Wolfgang Rehm (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Ort in Spanien, Mitte 17. Jahrhundert

Personen:

Don Giovanni, junger und ausserordentlich zügelloser Edelmann
Il commendatore, Kontur
Donna Anna, Edeldame, seine Tochter, Verlobte des Don Ottavio
Don Ottavio
Donna Elvira, Edeldame aus Burgos, von Don Giovanni verlassen
Leporello, Diener Don Giovannis
Masetto, Liebhaber der Zerlina
Zerlina, Bäuerin


Bariton
Bass
Sopran
Tenor
Sopran
Bass
Bass
Sopran

Chor: Bauern, Bäuerinnen, Musikanten, Diener
Orchester: 2,2,2,2 – 2,2,3,0 – Pk – Md – Str – Bc / Bühnenmusik: 0,2,2,2 – 2,0,0,0 – Str
Dauer: ca. 2h 45’

BA 4550
Partitur (NMA II/5/17),
Studienpartitur / Study score (TP 279; ital./dt.),
Klavierauszug (BA 4550-90; ital./dt.)
käuflich

Die vorliegende Ausgabe bietet im Haupttext die Fassung der Prager Uraufführung von 1787, die sich philologisch und dramaturgisch eindeutig definieren lässt. Die 1788 für Wien nachkomponierten Szenen und Nummern finden sich in Partitur und Klavierauszug im Anhang, wobei einige der Rezitative hier erstmals veröffentlicht sind. Das neu gesetze Orchestermaterial enthält alle Varianten in der Reihenfolge der Aufführung einschließlich aller im Kritischen Bericht neu untermauerten »Vi-de«-Angaben der Wiener Fassung. Der Praxis steht damit das gesamte überlieferte Material beider Fassungen zur Verfügung. Dennoch bleibt es zentrales Anliegen der Ausgabe, die 1787 für das Gräflich Nostitzsche Nationaltheater zu Prag komponierte Uraufführungs-Fassung in ihrer musikalischen und dramaturgischen Geschlossenheit wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.



Così fan tutte ossia La scuola degli amanti KV 588
(So machen’s alle oder Die Schule der Liebenden)

Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto: Lorenzo Da Ponte
Uraufführung: 26. Januar 1790, Wien, Burgtheater
Übersetzung: Kurt Honolka (dt.)
Ausgabe: Faye Ferguson und Wolfgang Rehm (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: Neapel

Personen:

Fiordiligi, Dame aus Ferrara, Schwester Dorabellas, in Neapel wohnend
Dorabella, Dame aus Ferrara, Schwester Fiordiligis, in Neapel wohnend
Guglielmo, Liebhaber Fiordiligis
Ferrando, Liebhaber Dorabellas
Despina, Kammerzofe
Don Alfonso, ein alter Philosoph


Sopran
Sopran
Bass
Tenor
Sopran
Bass

Chor: Soldaten, Diener, Schiffsleute
Orchester: 2,2,2(auch 1 Bassettklar),2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h

BA 4606
Partitur (NMA II/5/18)
Studienpartitur / Study score (TP 314)
Klavierauszug (BA 4606-90; ital./dt.)
käuflich

Mozart schieb die 650 Seiten umfassende Partitur von Così fan tutte in nur wenigen Monaten nieder, während seiner in finanzieller Hinsicht kritischsten Zeit im Herbst 1789. Sein Autograph zeigt auf engstem Raum eine für Mozart ungewöhnliche Fülle von Arbeitsspuren. Der Titel »Così fan tutte« stammt vom Komponisten selbst; Da Ponte hatte sein Libretto mit »La scuola degli amanti« überschrieben. Der heute bekannte Titel »Così fan tutte ossia La scuola degli amanti« entspricht dem Kompromiss, der für das gedruckte Libretto von 1790 gefunden worden war.



Die Zauberflöte KV 620

Eine deutsche Oper in zwei Aufzügen
Libretto: Emanuel Schikaneder
Uraufführung: 30. September 1791, Wien, Freihaustheater auf der Wieden
Ausgabe: Gernot Gruber und Alfred Orel (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort der Handlung: 1. Akt im Reich der Königin der Nacht, 2. Akt im Reich Sarastros

Personen:

Sarastro
Tamino
Sprecher
Erster Priester
Zweiter Priester
Dritter Priester
Königin der Nacht
Pamina, ihre Tochter
Erste Dame
Zweite Dame
Dritte Dame
Erster Knabe
Zweiter Knabe
Dritter Knabe
Ein altes Weib (Papagena)
Papageno
Monostatos, ein Mohr
Erster geharnischter Mann
Zweiter geharnischter Mann
Erster Sklave
Zweiter Sklave
Dritter Sklave


Bass
Tenor
Bass
Bass
Tenor
Sprechrolle
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Bass
Tenor
Tenor
Bass
Sprechrolle
Sprechrolle
Sprechrolle

Chor: Priester, Sklaven, Gefolge
Orchester: Picc,2,2,2,2Bassetthörner,2 – 2,2,3,0 – Pk,Glsp – Str
Dauer: ca. 3h

BA 4553
Partitur (NMA II/5/19),
Studienpartitur / Study score (TP 155)
Klavierauszug (BA 4553-90),
käuflich

Mit dem Libretto zur Zauberflöte, an dessen letzter Fassung Mozart einen nicht unwesentlichen Anteil hatte, bediente Schikaneder das Genre der Zauberoper. Mit einem hohen Grad an Komik, phantastisch-exotischen Momenten und den oft spektakulären Bühneneffekten entsprach dieses Libretto ganz den Vorlieben des Wiener Publikums. Allerdings sorgten die freimaurerisch-humanistischen Ideale, die Mozarts Oper ebenfalls transportiert, für eine deutliche Überhöhung des Genres, was zu der anfangs zurückhaltenden Aufnahme des Werkes führte. Diese machte jedoch schon bald einem stetig wachsenden Erfolg Platz. Allein im Oktober 1791 fanden über 20, bis Anfang 1801 mehr als 200 Aufführungen einzig im Theater auf der Wieden statt. Seither zählt die Zauberflöte zu den populärsten Opern von Mozart. Das NMA-Aufführungsmaterial liegt nun in neuem, optimiertem Stichbild vor.



La clemenza di Tito KV 621
(Titus)

Opera seria in zwei Akten
Libretto: Caterino Tommaso Mazzolà (nach Pietro Metastasio)
Uraufführung: 6. September 1791, Prag, Gräflich Nostitzsches Nationaltheater
Übersetzungen: Kurt Honolka (dt.), Eberhard Schmidt (dt.)
Ausgabe: Franz Giegling (Neue Mozart-Ausgabe)
Ort und Zeit der Handlung: Rom, 79 n. Chr.

Personen:

Tito Vespasiano, Imperator von Rom
Vitellia, Tochter des Imperators Vitellio
Servilia, Schwester des Sesto, Geliebte des Annio
Sesto, Freund des Tito, Geliebter der Vitellia
Annio, Freund des Sexto, Geliebter der Servilia
Publio, Präfekt der Prätorianer


Tenor
Sopran
Sopran
Sopran
Sopran
Bass

Chor: Senatoren, Gesandte der unterworfenen Provinzen, Liktoren, Prätorianer, Patrizier, Volk
Orchester: 2,2,2(1. auch Bassettklar),Bassetthn,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 2h

BA 4554
Partitur (NMA 11/5/20),
Klavierauszug (BA 4554-90)
käuflich

La clemenza di Tito entstand innerhalb eines halben Jahres. Der Zeitdruck, unter den Mozart dabei geriet, war derartig groß, dass er sich angeblich gezwungen sah, die Komposition der Secco-Rezitative seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr zu überlassen. Nach mäßigem Uraufführungserfolg steigerte sich die Beliebtheit des Werkes rasch und Titus wurde zunächst zur erfolgreichsten Oper Mozarts neben Don Giovanni und Die Zauberflöte. Von etwa 1820 bis zur Jahrhundertwende geriet die Oper dann nahezu gänzlich in Vergessenheit. Eine echte Renaissance erlebte sie erst ab den 1960er Jahren. Seither ist La Clemenza di Tito wieder eine der Säulen des Mozart-Opern-Repertoires.